Mittwoch, 31. Mai 2023

VERSCHLAFENE KÜSTENSTÄDTCHEN IN SÜDKALIFORNIEN

Hallo ihr Lieben,
heute standen zwei Städtchen an der südkalifornischen Küste auf dem Programm, das erste erreichten wir nach eineinhalb Stunden Busfahrt: Santa Monica. Hier wurden Teile der weltweit berühmten Serie Baywatch gedreht, ebenso auf dem Pier Szenen von anderen Filmen. Hier endet übrigens offiziell die Route 66. Bei Sonnenschein machten wir einen herrlichen Spaziergang, bei dem Sabine und Anne die Füße ins Wasser streckten. Mehr war leider nicht drin, da der Pazifik kalt ist. Unser Plan Baywatch-Szenen nachzustellen fiel daher leider ins Wasser, obwohl Vati für seine Rolle die letzten Tage hart trainiert hatte:-).
Danach ging es entlang der Route Number 1 vorbei an Malibu in Richtung Santa Barbara. Malibu soll angeblich die saubersten Strände von Amerika haben, aber Europa hat diesbezüglich sicher mehr zu bieten. Hier wohnen die Schönen und die Reichen, aber vor Erdrutschen und Schlammlawinen können sie sich auch nicht schützen, denn ihre Häuser sind auf Sand gebaut und immer wieder kommt es auch zu Tragödien.
Nächster Halt: Santa Barbara. Für Südkalifornien war es kalt, trüb und windig. Ohne Sonne wirkte das Städtchen tot, aber immerhin bekamen Anne und Sabine ein paar Robben und Pelikane vor die Linse, ferner hat Annalena vor uns ihr Fußgeheimnis gelüftet. Hier um die Ecke in Montecito wohnen übrigens Prinz Harry und seine Frau Meghan sowie Oprah Winfrey.
Am Ende des Tages gab es dann doch noch wunderbare Farbkleckse und zwar vor der spanischen Missionsstation der Franziskaner: Künstler haben hier mit Straßenkreiden großartige Werke geschaffen. Das hat doch gleich Herz und Seele erwärmt. Übrigens nutzt Laurena längere Pausen auch zum Malen:-).
Jetzt werfe ich mal die Heizung im Zimmer an und trinke mit Vati und unseren Töchtern einen Schlummertrunk,
Gute Nacht,
eure Maggie


















Dienstag, 30. Mai 2023

LOS ANGELES: VON STAUS, STARS UND SCHLANGEN

Hallo ihr Lieben,
heute quälten wir uns durch den Stau von Los Angeles (ursprünglicher Name: „das Dorf unserer Königin der Engel“), um die Stadt der Engel mit dem Walk of Fame, dem Sunset Boulevard, dem berühmten Hollywood-Schriftzug und vieles mehr zu sehen. Täglich passieren hier an die 150 Blechschäden. Cole meinte, dass es ein Gesetz gibt, um den Verkehr zu reduzieren. Man kann eine schnellere Spur benutzen, wenn man mindestens einen Mitfahrer hat. Eine Schwangere und der Fahrer eines Leichenwagens bekamen dennoch einen Strafzettel und klagten ihr Recht ein:-).
Weitere interessante Fakten: Weil die Menschen in dieser Stadt crazy sind, wird sie auch Lala Land genannt. Jeder ist hier grundsätzlich 29 Jahre alt, geht auf Botox-Parties – manche lassen mehr machen, derzeit beliebt bei Herren ist übrigens die Hodenstraffung, bei Damen Scheidenperücken aus Fuchsfell, nachdem das vollständige Rasieren wieder out ist.
Am Vormittag machten wir eine Orientierungsfahrt: Dabei hat es mir die futuristische Konzerthalle von Walt Disney besonders angetan. Ein paar Ecken weiter gab es einen kleinen mexikanischen Markt, wo wir ein paar Souvenirs shoppten. Trotz meiner Verhandlungen auf Spanisch gab es leider keinen Rabatt.
Dann ging es endlich zum Walk of Fame! Ich muss gestehen, dass der Hollywood Boulevard unspektakulär aussieht, mehr Schein als Sein ist, wie im Übrigen ganz Amerika. Aber das Universum schickte mir ein Highlight: Die aus verschiedenen TV-Serien bekannte Schauspielerin Ming-Na Wen bekam ausgerechnet heute ihren Stern! Dementsprechend groß war der Andrang und so wehte dann doch noch ein Hauch von Glamour über den bescheidenen Boulevard. Später spazierten wir im Griffith Park vom Planetarium, wo u.a. Teile von „Lala Land“ gedreht wurden bis zu dem berühmten Hollywood-Schriftzug. Dabei bekamen wir tatsächliche ein Reh und eine Schlange zu sehen. Gott sei Dank war es eine ungiftige Natter und keine Klapperschlange. Abgerundet wurde der erlebnisreiche Tag durch einen kurzen Streifzug durch die Universal Studios, die mich an unser Metzinger Outlet erinnerten. Und meine Heimat LE ist mir 1000 mal lieber als LA:-).
Gutes Nächtle,
eure Maggie




























Montag, 29. Mai 2023

MEMORIAL DAY: ZU BESUCH BEI DEN ECHTEN MAVERICKS

Hallo ihr Lieben,
gestern Abend habe ich mit meiner neuen Urlaubsfamilie den ereignisreichen Tag am Pool in der Wüste ausklingen lassen. So schnell kann es gehen: Ich bin jetzt die Mutti, habe fünf zauberhafte Töchter und einen Mann:-).
Heute erlebten wir in San Diego einen wahren Temperatursturz, denn als wir um die Mittagszeit ankamen, hatte es um die zwanzig Grad. Der schöne Hafen war wolkenverhangen. An der Promenade war wegen des Memorial-Days ganz schön viel los: Buntes Treiben aber auch stille Momente, da viele tote Soldaten aus den unterschiedlichsten Kriegen betrauert und geehrt wurden. Ich bin kein Top Gun-Fan und habe mich eher zufällig für den Besuch des Flugzeugträgers USS Midway (CV-41) entschieden und es war ein sehr bewegendes Erlebnis. Der Flugzeugträger, der 1943 gebaut und ab dem zweiten Weltkrieg bis 1992 im Einsatz. Er beherbergte 4500 Soldaten und war im Prinzip eine kleine Stadt mit einer knapp 300 Meter langen Start- und Landebahn für Kampfjets – schon alleine die Logistik war ein Meisterwerk. Täglich mussten u.a. 13.000 Mahlzeiten zubereitet sowie 1000 Brote und 500 Kuchen gebacken werden – ganz zu schweigen von den Kriegs- und Kriseneinsätzen. Die komplette Einrichtung samt persönlicher Gegenstände ist heute noch weitestgehend erhalten, ebenso die Technik.
Mir gingen vor allem die Schicksale der Soldaten total unter die Haut. Die meisten starteten ihre Navy-Karriere mit 19 Jahren, der Jüngste war gerade mal 12 Jahre alt. Aber mehr als Filme und Dokumente konnten mir die Veteranen (Yellow Caps) erzählen, die man hier ansprechen kann. Tom hat mit seinem Bomber 13 Schiffe versenkt, war jahrelang von seiner Familie getrennt, William hat seinen besten Freund bei einem Einsatz verloren. Diese Wunde ist nie verheilt, meint er und zeigt mir ein Armband, dass er seit Jahrzehnten in Gedenken an seinen Freund trägt. 
Das hatte mich ganz schön mitgenommen und am Abend war ich echt dankbar, dass mich Anne, Anna-Lena, Jana, Nina und Sabine sowie Alex beim Abendessen im Steakhouse auf andere Gedanken gebracht haben. Ich hoffe, ihr hattet auch einen schönen Feiertag,
eure Maggie


















Sonntag, 28. Mai 2023

BACK TO THE ROOTS: JOSHUA TREE NATIONAL PARK

Hallo ihr Leben
heute haben wir Arizona verlassen und sind mehrere hundert Kilometer in Richtung Wüste nach Kalifornien gefahren, um den Joshua Tree National Park zu besuchen. Es sollte der heißeste Tag unserer Reise werden. Deswegen habe ich dem Trinkwasser Elektrolyte zugesetzt, um wertvolle Mineralstoffe bei der Hitze nicht zu verlieren, ferner einen Sonnenschirm eingesteckt.
Cole, der ursprünglich aus der Schweiz kommt, vertrieb uns die lange Anreise, indem er von seiner neuen Heimat Kalifornien schwärmte. Er meinte es sei ein Sozialstaat. Es gibt u.a. einen Mieterschutz, sodass Mieterhöhungen bis max. 3% im Jahr möglich sind. In der Pandemie wurde Arbeitslosengeld, auch für Freischaffende wie ihn, vom Staat ausbezahlt und das sogar steuerfrei.
Dann war es soweit: Am Eingang des Nationalparks erinnert die Landschaft an Fuerteventura, aber das ändert sich schnell. Schon bald sehen wir riesige Steinformationen und die berühmten Joshua-Bäume. So haben sie die Mormonen, die das Gebiet während der Pionierzeiten durchquerten, genannt. Für sie war der Baum ein Sinnbild für den Propheten Josua, der die Israeliten mit seinen weit ausgebreiteten Zweigen – respektive Armen – willkommen hieß und ihnen zeigte, auf welchem Weg sie ins Gelobte Land kommen würden.
Nachdem wir von Cole ermahnt wurden, niemals in der Wüste rückwärts zu gehen und bei Klapperschlangen mit den Füßen auf den Boden stampfen, mache ich mich mit Alex, Nina und fünf weiteren Mädels auf den Weg. Wir sehen Jucca-Seifen-Palmen, aus deren Wurzeln die Indianer eine Art Seife hergestellt haben. Das Highlight ist aber der Jumping Cholla Kaktus, weil seine Stacheln kleine Widerhaken besitzen, die in der Haut abbrechen. Cole hatte natürlich diese Qualen zuvor besonders grausam geschildert:-).
Doch letztlich gab es auch viel zu lachen und das ausgerechnet wegen mir: Ich bin wahrscheinlich der einzige Mensch, der die Wüste mit einer Supermarkttüte durchquerte:-).
Bussi, eure Maggie



















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Hallo ihr Lieben, noch ein paar Fakten zum Schluss: Wir sind 3800 km mit dem Bus gefahren, haben pro Person leider einige Kilo Plastikmüll v...